Zum Inhalt springen
PKV für Ärzte

Startseite · Ratgeber · Kosten

Was die PKV für Ärzte kostet

Für einen 30-jährigen angestellten Arzt liegen die Beiträge je nach Anbieter und Leistungsniveau zwischen rund 652 und 1.014 Euro im Monat, von denen der Arbeitgeber die Hälfte trägt. Der eigentliche Unterschied zur gesetzlichen Kasse ist aber nicht die Höhe, sondern die Logik: Dein Beitrag hängt nicht an deinem Gehalt.

Von Kai Stockschlaeder, Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO · Stand der Rechengrößen: 2026 · Zuletzt geprüft: 16.09.2026

Kurz gesagt

  • Vier Größen bestimmen den Beitrag: Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Leistungsniveau und Selbstbehalt. Das Einkommen gehört nicht dazu.
  • Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte, höchstens 613,22 Euro im Monat (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI).
  • Zum Vergleich: Der GKV-Höchstbeitrag liegt 2026 bei 1.226,44 Euro im Monat einschließlich Pflege.
  • Kinder brauchen in der PKV einen eigenen Vertrag. Das ist der häufigste Grund, aus dem die Rechnung kippt.

Was den Beitrag bestimmt

In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlst du einen Prozentsatz deines Einkommens. In der privaten zahlst du den Preis für ein Risiko. Vier Größen bestimmen ihn:

Was hier fehlt, ist dein Gehalt. Ob du 80.000 oder 200.000 Euro verdienst, ändert deinen Beitrag nicht. Für Ärztinnen und Ärzte ist genau das der Punkt, an dem die private Krankenversicherung rechnerisch interessant wird, und zwar mit jeder Gehaltsstufe mehr.

Konkrete Spannen für einen 30-Jährigen

Zahlen ohne Profil sind wertlos. Deshalb hier eine Auswertung mit vollständig offengelegten Annahmen, aus einem Vergleich von acht Anbietern:

Profil: 30 Jahre, angestellt, Vollversicherung einschließlich Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld, Selbstbehalt 0 Euro, Versicherungsbeginn Oktober 2026. Acht Anbieter, ohne Nennung einzelner Gesellschaften und ohne Tarifnamen.
GrößeSpanne
Monatsbeitrag gesamtrund 652 bis 1.014 Euro
Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschussrund 326 bis 507 Euro
Beitragsrückerstattung im ersten Jahrrund 600 bis 2.235 Euro
Selbstbehaltbei allen 0 Euro

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot liegen rund 360 Euro im Monat. Dieser Abstand erklärt sich über Leistungsunterschiede, nicht über Großzügigkeit. Wer nur die Beitragszeile vergleicht, vergleicht die falsche Zahl: Entscheidend ist, was der Tarif im Leistungsfall zahlt und ob er über den Höchstsatz der Gebührenordnung hinausgeht. Welche acht Fragen das klären, steht auf Ärztetarif: woran du einen echten erkennst.

Warum hier keine Namen stehen: Ein Beitrag ohne das zugehörige Bedingungswerk sagt nichts aus, und eine Rangliste nach Preis wäre irreführend. Welche Kriterien tatsächlich zählen, steht auf Ärztetarif in der privaten Krankenversicherung.

Der Arbeitgeberzuschuss und sein Deckel

Als Angestellter bekommst du einen Zuschuss deines Arbeitgebers: die Hälfte deines tatsächlichen Beitrags, gedeckelt auf den Betrag, den er für einen vergleichbaren gesetzlich Versicherten zahlen müsste. 2026 sind das höchstens 508,59 Euro für die Kranken- und 104,63 Euro für die Pflegeversicherung, zusammen 613,22 Euro im Monat (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI).

Praktisch relevant: In dem Vergleich oben wird dieser Deckel in keinem einzigen Fall erreicht. Die Hälfte des höchsten Beitrags liegt bei rund 507 Euro und damit klar darunter. Für einen 30-jährigen angestellten Arzt ist der Höchstzuschuss also kein begrenzender Faktor. Relevant wird er erst bei deutlich höheren Beiträgen, etwa bei spätem Eintritt oder bei mitversicherten Angehörigen.

Der Vergleichsmaßstab: was die gesetzliche Kasse kostet

Der ehrliche Vergleich braucht die andere Seite. In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlst du bis zur Beitragsbemessungsgrenze einen Prozentsatz deines Einkommens, darüber hinaus nichts mehr. Stand 2026:

Gesetzliche Rechengrößen 2026, Quellen im Quellenblock unten.
GrößeWertRechtsgrundlage
Beitragsbemessungsgrenze69.750 €/Jahr, 5.812,50 €/Monat§ 223 SGB V
Allgemeiner Beitragssatz14,6 %§ 241 SGB V
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag2,9 %Bekanntmachung BMG
Pflegeversicherung, mit Kindern / ohne Kinder ab 233,6 % / 4,2 %§ 55 SGB XI
Höchstbeitrag gesamt, mit Kindern1.226,44 €/Monatrechnerisch
Höchstbeitrag Basistarif, Krankenversicherungrund 1.017 €/Monat§ 152 VAG

Daraus folgt eine Aussage, die viele überrascht: Ab der Beitragsbemessungsgrenze zahlst du in der gesetzlichen Kasse immer denselben Betrag, egal ob du Assistenzärztin oder Chefarzt bist. Wer als Oberarzt deutlich darüber verdient, zahlt für denselben Leistungskatalog wie jemand mit 70.000 Euro Jahresgehalt.

Was Familie kostet

Hier kippt die Rechnung am häufigsten, und zwar unabhängig davon, wie gut dein Tarif ist. In der gesetzlichen Kasse sind Kinder und ein Partner ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichert. In der privaten Krankenversicherung braucht jede Person einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag.

Für gut verdienende Ärztinnen und Ärzte kommt eine Regel hinzu, die oft übersehen wird. Nach § 10 Abs. 3 SGB V sind Kinder auch dann nicht beitragsfrei mitversichert, wenn nur ein Elternteil privat versichert ist: nämlich dann, wenn dieser Elternteil regelmäßig mehr als ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient und zugleich mehr als der gesetzlich versicherte Elternteil. Bei einem Arztgehalt ist beides schnell erfüllt. Die Hoffnung, die Kinder einfach über den gesetzlich versicherten Partner mitlaufen zu lassen, geht dann nicht auf.

Was ein Kindertarif kostet, hängt vom Leistungsniveau ab und wird hier bewusst nicht mit einer Zahl versehen, solange dafür kein eigenes, vollständiges Profil vorliegt. Die Größenordnung lässt sich aber ableiten: Bei drei Kindern und einem Partner ohne eigenes Einkommen stehen vier zusätzliche Beiträge gegen null. Deshalb steht der Fall auch unter Wann ich dir von der PKV abrate an erster Stelle.

Was im Alter passiert

Beitragsanpassungen gibt es, und sie werden mit dem Alter nicht seltener. Dagegen arbeiten zwei Mechanismen, die schon heute in deinem Beitrag stecken.

Der erste ist die Alterungsrückstellung: Die substitutive Krankenversicherung wird nach Art der Lebensversicherung betrieben, eine Alterungsrückstellung nach § 341f HGB ist vorgeschrieben (§ 146 VAG). Du zahlst in jungen Jahren mehr, als deine Behandlungen kosten, und dieser Überschuss dämpft später.

Der zweite ist der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent der jährlichen gezillmerten Bruttoprämie (§ 149 VAG). Er wird ab dem Kalenderjahr nach deinem 21. Geburtstag bis zu dem Kalenderjahr erhoben, in dem du 60 wirst, fließt direkt in die Alterungsrückstellung und dient ausdrücklich der Prämienermäßigung im Alter. Ab 60 entfällt er.

Für Ärztinnen und Ärzte kommt ein dritter Punkt hinzu, den andere Berufsgruppen nicht haben: Aus dem Versorgungswerk gibt es keinen Zuschuss nach § 106 SGB VI. Warum das die gesamte Rechnung im Ruhestand verändert, steht auf Versorgungswerk und Krankenversicherung im Alter.

Steuer

Beiträge zur Basisabsicherung sind nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG als Vorsorgeaufwendungen absetzbar, und zwar ohne Höchstbetrag. Begrenzt sind nur die sonstigen Vorsorgeaufwendungen nach Nummer 3a, also etwa Wahlleistungen und Krankentagegeld. Dort liegt der Höchstbetrag bei 2.800 Euro im Jahr, aber nur bei 1.900 Euro für alle, die einen Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung erhalten. Als angestellter Arzt mit Arbeitgeberzuschuss gilt für dich also der niedrigere Betrag, als Niedergelassener der höhere. Wie sich das im Einzelfall auswirkt, gehört in die Steuerberatung und nicht auf eine Website.

Die Rechnung für deinen Fall

30 Minuten, Video oder Telefon. Wir schauen auf dein Alter, deine Familienplanung und dein Leistungsniveau. Wenn am Ende herauskommt, dass die gesetzliche Kasse für dich günstiger ist, sage ich das.

Kostenlose Beratung werktags ab 9 Uhr

Termin oder Nachricht

Kostenlos für dich. Ich bin Versicherungsmakler und werde über die Courtage des Versicherers vergütet.

Häufige Fragen

Was kostet die PKV für einen 30-jährigen angestellten Arzt?

In einem Vergleich von acht Anbietern lagen die Monatsbeiträge zwischen rund 652 und 1.014 Euro. Profil: 30 Jahre, angestellt, Vollversicherung einschließlich Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld, Selbstbehalt 0 Euro, Beginn Oktober 2026. Nach Arbeitgeberzuschuss blieben davon rund 326 bis 507 Euro.

Wovon hängt der Beitrag ab?

Von vier Größen: dem Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand bei Vertragsschluss, dem gewählten Leistungsniveau und dem Selbstbehalt. Nicht vom Einkommen. Das ist der entscheidende Unterschied zur gesetzlichen Kasse, wo der Beitrag mit dem Gehalt steigt, bis die Beitragsbemessungsgrenze erreicht ist.

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss?

Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des tatsächlichen Beitrags, gedeckelt auf den Betrag, den er für einen vergleichbaren gesetzlich Versicherten zahlen müsste. 2026 sind das höchstens 508,59 Euro für die Kranken- und 104,63 Euro für die Pflegeversicherung, zusammen 613,22 Euro im Monat.

Was zahlt ein Arzt in der gesetzlichen Kasse?

Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze immer den Höchstbeitrag. Er liegt 2026 bei 1.226,44 Euro im Monat einschließlich Pflegeversicherung. Davon trägt der Arbeitgeber die Hälfte. Wer als Facharzt oder Oberarzt deutlich über der Grenze verdient, zahlt also unabhängig vom Gehalt denselben Betrag.

Was kosten Kinder in der PKV?

Jedes Kind braucht einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag. Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der gesetzlichen Kasse gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht. Bei mehreren Kindern und einem Partner ohne eigenes Einkommen kippt die Gesamtrechnung deshalb regelmäßig zugunsten der gesetzlichen Kasse.

Steigt der Beitrag im Alter?

Beitragsanpassungen laufen weiter, dagegen arbeiten zwei Mechanismen: die Alterungsrückstellung und der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent nach § 149 VAG, der vom Kalenderjahr nach dem 21. Geburtstag bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres erhoben und der Alterungsrückstellung direkt zugeführt wird. Ab 60 entfällt er.

Quellen

  • § 223 SGB V, Beitragsbemessungsgrenze
  • § 241 SGB V, allgemeiner Beitragssatz
  • § 257 SGB V und § 61 SGB XI, Beitragszuschuss des Arbeitgebers
  • § 55 SGB XI, Beitragssatz der Pflegeversicherung
  • § 146 VAG in Verbindung mit § 341f HGB, Alterungsrückstellung
  • § 149 VAG, gesetzlicher Prämienzuschlag von 10 Prozent
  • § 152 VAG, Basistarif
  • § 10 EStG, Vorsorgeaufwendungen

Die Beitragsspannen stammen aus einem Vergleich von acht Anbietern mit dem oben genannten Profil, Stand Oktober 2026. Sie gelten nicht für ein anderes Eintrittsalter, nicht für Niedergelassene und nicht bei vereinbartem Selbstbehalt. Jahreswerte werden zentral gepflegt und jährlich geprüft.

Kai Stockschlaeder

Kai Stockschlaeder

Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Partner der Verticus AG. Seit über 20 Jahren vergleiche ich die Tarife der privaten Krankenversicherungen und sage dir auch, wenn die PKV nicht passt — damit du die Unterschiede wirklich verstehst und selbst entscheiden kannst.

Ich bin Vermittler, keine Verbraucherorganisation. Meine Vergütung läuft über die Courtage des Versicherers. Mehr über mich

Kostenlose Beratung werktags ab 9 Uhr Termin
Kai Stockschlaeder Kostenlose Beratung Termin vereinbaren
Lieber über WhatsApp?